Rettungskarte in Kraftfahrzeugen

Eine Karte, die über Ihr Leben entscheiden kann. Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich überzeugen.

Stellen Sie sich einmal vor, Sie sind in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt. An dieser Stelle ist es von keiner Relevanz, wer diesen Unfall verursacht hat, wie lange Sie schon Auto fahren oder ob Sie bereits X-Jahre Auto fahren und noch nie einen Unfall gebaut haben. Stellen Sie sich also vor, dass Sie in einem komplett deformierten Autowrack sitzen, das als ein solches nicht mehr zu erkennen ist und Sie sich nicht mehr aus eigener Kraft aus Ihrem Fahrzeug befreien können. Nicht weil Sie schwer verletzt sind, sondern weil Sie durch die Verformung der Karrosserie und der Wucht des Aufpralles in Ihrem Fahrzeug eingeklemmt wurden.

Nach einiger Zeit treffen die ersten Hilfskräfte ein. der Rettungssanitäter verschafft sich einen Zugang zu Ihnen durch den Kofferraum und sitzt nun schräg hinter Ihnen, redet Ihnen gut zu. Nun trifft auch die Feuerwehr ein. Sie als eingeklemmtes Verkehrsunfallopfer mit starken Schmerzen wollen so schnell wie möglich aus Ihrer misslichen Lage befreit werden. Der Sanitäter diagnostiziert jedoch eine gefährliche Fraktur der Wirbelsäule.

Die Feuerwehr steht nun zusammen mit Notarzt bzw. Sanitätern vor der Frage "Crash-Rettung" oder "patientenorientierte Rettung". Je nach schwere der Verletzungen und der Gefahr für das Leben des Patienten wird entweder möglichst schnell eine Rettungsöffnung geschaffen, damit der Patient auf dem schnellsten Wege zur idealen Versorgung ins nächste Krankenhaus verbracht werden kann ("Crash-Rettung"). Oder es wird eine Rettung durchgeführt, die möglichst schonend für das Unfallopfer ist, d.h. diese Art der Rettung dauert dementsprechend länger.

Egal für welche Art der Rettung sich die Hilfskräfte entscheiden, irgendwann müssen die Feuerwehrleute  das Unfallfahrzeug "zerlegen". Dies nehmen Sie mit Rettungsschere und -spreizer oder anderem Werkzeug (siehe Rettungsgeräte für Verkehrsunfälle) vor. Aufgrund der technischen Weiterentwicklung in der Automobilbranche werden die Fahrzeuge zwar immer sicherer, jedoch auch schwerer zugänglich für die Feuerwehr. Aus diesem Grund werden von immer mehr Automobilherstellern so genannte Rettungskarten zur Verfügung gestellt. Die Rettungskarte ist eine genormte DIN-A4-Seite welche umfangreiche Informationen über den Aufbau eines Fahrzeuges enthält (Position von Gurtstraffern, Kraftstofftank, Batterien, Airbags, Flüssiggastanks, anderen Druckbehältern, usw.). Diese Rettungskarte wird in der Sonnenblende auf der Fahrerseite aufbewahrt. Aufmerksam auf die Rettungskarte werden die Hilfskräfte durch einen Aufkleber in der Windschutzscheibe.

Ist in dem verunfallten Fahrzeug eine Rettungskarte zu finden, kann der Einheitsführer der Feuerwehr anhand der Zeichnung auf der Karte schnell erkennen, an welche Stellen geschnitten werden kann und an welchen nicht, wo der Kraftstofftank sitzt oder wo die Batterie abzuklemmen ist. So wird wertvolle Zeit bei der Bergung von verunfallten Fahrzeugen mit eingeklemmten Personen eingespart welche im Ernstfall über Leben oder Tod entscheiden kann und die Rettungskräfte werden vor Verletzungen bewahrt.

Wenn wir Sie nun von der Nützlichkeit einer Rettungskarte überzeugen konnten und Sie sich auch eine solche in Ihrem Fahrzeug verstauen wollen, dann finden Sie Rettungskarten für nahezu alle Fahrzeugmodelle hier und auf weiteren Seiten im Internet (bei Fahrzeughersteller,TÜV, DEKRA, ADAC, Versicherungsunternehmen etc.).

Den notwendigen Aufkleber für die Windschutzscheibe erhalten Sie beim TÜV, der dekra, dem ADAC und weiteren KFZ-Diensten.

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