Technische Hilfeleistung

  

Hydraulische Rettungsgeräte

Um eingeklemmte Personen nach Verkehrsunfällen aus ihren Fahrzeugen zu befreien und eine patientorientierte Rettung durchführen zu können, wird meistens schweres hydraulisches Gerät benötigt. Die Freiwillige Feuerwehr Hademarschen ist für solche Situationen gut gerüstet. Sie verfügt über zwei Hilfeleistungssätze, die auf dem RW1, sowie auf dem HLF20 verlastet sind. Zu diesen Hilfeleistungssätzen gehören folgende Komponenten:

Spreizer

Der Spreizer ist ein ca. 25 kg schweres, hydraulisches Rettungsgerät, welches bei Verkehrsunfällen zum Aufspreizen von deformierten und verklemmten Fahrzeugtüren dient, um sich einen Zugang zu der verletzten Person zu verschaffen. Außerdem kann er zum Wegbiegen von störenden Wrackteilen, zum Zusammendrücken von verschiedenen Materialien oder zum Anheben von Lasten, eingesetzt werden.

Rettungsschere

Die Rettungsschere ist das zweite wichtige hydraulische Rettungsgerät, um Unfallopfer zu befreien oder Platz für die Rettung zu schaffen. Mit ihr können metallische Materialien wie z.B. Fahrzeug– oder Türsäulen, Fahrzeugschweller, Rohre oder Flacheisen bis zu einer bestimmten Dicke durchtrennt werden.

Die Schneiden der Rettungsschere sind aus besonders gehärtetem Stahl und daher sehr robust, um den extremen Anforderungen standzuhalten.

Rettungszylinder

Hydraulische Rettungszylinder, auch Hydrozylinder genannt, werden eingesetzt, um Materialien über längere Distanzen auseinanderzudrücken und somit Zugangs– und Rettungsöffnungen zu schaffen. Sie dienen auch zum Abstützen und Aussteifen von Bauelementen.

Eingesetzt werden sie zum Beispiel zum Wegdrücken des Vorderwagens bei PKW-Unfällen, indem der Rettungszylinder diagonal zwischen die A- und B-Säule des Fahrzeuges gesetzt wird. So kann der Vorderwagen nach vorne weggedrückt werden, um im Türbereich mehr Platz für die Rettung der Person zu schaffen.

Hydraulikaggregat

Alle hier genannten hydraulischen Rettungsgeräte werden über ein Hydraulikaggregat betrieben. Die Feuerwehr Hademarschen hat zwei elektrisch betriebene Aggregate, die einen Hydraulikdruck von bis zu 700 bar erzeugen können. Die Geräte sind tragbar und mit zwei Schlauchhaspeln mit jeweils 20 m langen Schnellangriffsschläuchen versehen, an denen die hydraulische Rettungsschere und der Spreizer angeschlossen sind. Über Schnellkupplungsverschlüsse können aber jederzeit andere der oben genannten Gerätschaften angeschlossen werden. Mit einem Aggregat können immer zwei verschiedene Rettungsgeräte gleichzeitig betrieben werden, was die Rettung eines Patienten beschleunigen kann, da kein Umbau erforderlich ist.

 

Systeme zur Stabilisierung und Abstützung von Fahrzeugen

Um die eingeklemmten Personen und die Rettungskräfte nicht weiter zu gefährden, muss ein verunfalltes Fahrzeug erst stabilisiert und gegen Abrutschen oder Umfallen gesichert werden, bevor weitere Rettungsmaßnahmen ergriffen werden.

Eine so genannte Unterfütterung stellt hierbei sicher, dass das Gewicht des Fahrzeugs nicht mehr auf den Stoßdämpfern lastet, sondern dass die Karosserie starr auf dem Unterbaumaterial aufliegt. Dies verhindert, dass die Erschütterungen, die bei den Arbeiten am Fahrzeug entstehen, dem Patienten durch die Schwingungen der Karosserie zusätzliche Schmerzen zufügen.

 

Stab-Pack-System und Unterschiebblöcke zur Fahrzeugstabilisierung:

Das Stab-Pack-System ermöglicht es, ein verunfalltes Fahrzeug schnell und erschütterungsfrei zu unterbauen und damit zu stabilisieren. Es werden unterschiedlich große Holzblöcke des Systems unter dem Fahrzeug übereinander gestapelt und mit Hilfe von zwei integrierten Holzkeilen fest unter dem Fahrzeug verkeilt.

Den gleichen Zweck wie das Stab-Pack System erfüllen die Unterschiebeblöcke. Sie werden einfach unter das Fahrzeug geschoben, wobei sie durch die flexiblen Elemente des Systems leicht auf die Höhe des Fahrzeugs angepasst werden können.

 

 

Weitere Gerätschaften zur Unfallrettung

Rettungsbühne

Bei Unfällen mit Lastkraftwagen, Bussen oder mit der Bahn müssen oft leichte Höhen überwunden werden, um eine patientengerechte Rettung durchführen zu können.

Dafür hält die Freiwillige Feuerwehr Hademarschen eine Rettungsbühne vor, die auf dem HLF 20 verlastet ist. Diese Bühne wird mit vier Steckleiterteilen und den Bauteilen der eigentlichen Rettungsbühne in kürzester Zeit zusammengebaut. Mit ihr kann eine Arbeitshöhe von bis zu 1,71 m erreicht werden. Die maximale Belas­tung dieser Rettungsbühne beträgt 400 kg. Somit können auf der Rettungsbühne problemlos bis zu drei Einsatzkräfte mit schwerem Gerät arbeiten.

 Ohne diese Bühne ist es kaum möglich,z.B. an eine verunfallte Person in einem höher gelegenen Führerhaus zu gelangen und sie zu retten.

 

Luftheber und Hochdruckhebekissen

 Um Zugangsöffnungen zu schaffen oder verletzte Personen, die unter schweren Lasten eingeklemmt sind, retten zu können, kommen pneumatische Hochdruckhebekissen zum Einsatz. Die Feuerwehr Hademarschen hält verschieden Systeme vor, die auf dem RW 1 und dem HLF verlastet sind und die mit Luft aus mit Arbeitsluft gefüllten Druckluftflaschen gefüllt werden können oder direkt vom Fahrzeug aus gespeist werden. Sie werden über eine Steuereinheit und einem Druckminderer über Luftschläuche mit einem Druck von 8 Bar betrieben und haben eine Hubkraft von 5 Tonnen. Die Hubhöhe beträgt dabei bis zu ca. 60 cm.

Luftheber können mit einer Hubkraft von bis zu 26,4 Tonnen weitaus höhere Lasten anheben. Aufgrund ihrer Einschubhöhe im luftlosen Zustand von 2,5 cm lassen sich Hochdruckhebekissen einfach und flexibel einsetzen. Allerdings fällt bei diesen Hebekissen die Hubhöhe weit geringer aus als bei den Lufthebern.

Bei allen Arbeiten mit pneumatischen Hebekissen ist es wichtig, dass die zu hebende Last immer gesichert und z.B. mit Rüsthölzern unterbaut wird, um ein Absinken im Falle eines Druckabfalls abzufangen.

 

 

 

 

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